Die Ursache für dieses Zeitparadox allerdings ist weit weniger erbaulich. Schuld ist laut Forschung nämlich die Tatsache, dass wir weniger intensiv erleben. Die Zeitwahrnehmung wird im Rückblick nicht durch die Zeitspanne, sondern durch die Zahl der Gedächtniseindrücke bestimmt. Je mehr wir neu entdecken, desto mehr dehnt sich die Zeit. Oder umgekehrt: Rast die Zeit in unserer Wahrnehmung, haben wir wenig erlebt, was einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

(NICOLE ALTHAUS ist Autorin und Kolumnistin bei der «NZZ am Sonntag”, 21.03.2026)